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Torgelow aus der Vogelperspektive
© Henry Beiermann / LK V-G 

Zukunft der Grundschule steht im Mittelpunkt von UniDorf-Projekt im »Sandbad« Ahlbeck

Hochschule Neubrandenburg und Landkreis geben Impulse für Gemeindeentwicklung

Die »Kleine Grundschule auf dem Lande« ist für das dörfliche Leben in Ahlbeck von zentraler Bedeutung. Zu diesem Ergebnis kamen 15 Studentinnen und Studenten der Hochschule Neubrandenburg im Rahmen des Projekts »UniDorf Ahlbeck«. Die Gemeinde bei Eggesin, zur klaren Unterscheidung vom gleichnamigen Seebad oft augenzwinkernd und mit Stolz als »Sandbad Ahlbeck« bezeichnet, wurde dazu von den jungen Leuten im vergangenen Sommer intensiv in Augenschein genommen.

Zur Informationsveranstaltung im Saal der Gaststätte »Zum Seegrund« waren rund 50 interessierte Ahlbecker erschienen.

Jetzt stellte der Bildungsdezernent des Landkreises Dietger Wille die in Form einer Dokumentation gefassten Ergebnisse zusammen mit Prof. Dr. Peter Dehne und Bürgermeister Josef Schnellhammer den Bürgerinnen und Bürgern von Ahlbeck vor. Zur Informationsveranstaltung im Saal der Gaststätte »Zum Seegrund« waren rund 50 interessierte Ahlbecker erschienen.

Die Studierenden des Studienganges Naturschutz und Landnutzungsplanung hatten 2016 möglichst viel über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Dorfes am Ahlbecker Seegrund erfahren wollen. Bei den lebhaften Gesprächen mit Alt- und Neubürgern, Gemeindevertretern, Lehrern, Erziehern, Vereinsaktiven Kindern sowie Senioren im Dorf, stand die Rolle der »Kleinen Grundschule auf dem Lande« im Mittelpunkt. Aus diesen Interviews entwickelten die Studenten Ideen und Perspektiven für das zukünftige Leben in Ahlbeck. Es zeigte sich, dass vor allem Grundschule und Feuerwehr, aber auch Kita und Vereinsleben sowie viele Einzelinitiativen große Bedeutung für das Zusammenleben in der dörflichen Gemeinschaft haben.

Bürgermeister Josef Schnellhammer zeigte sich sehr zufrieden mit dem, was die Studierenden zusammengetragen und analysiert hatten. »Wir haben viele gute Anregungen bekommen, über die mit allen Akteuren weiter diskutiert werden sollte, um dann daraus gegebenenfalls umsetzbare Projekte zu entwickeln«, sagte der Bürgermeister. Der Gemeinderat werde eine Prioritätenliste der umsetzbaren Ideen erstellen.

Schnellhammer hatte das UniDorf-Projekt persönlich nach Ahlbeck eingeladen und war gemeinsam mit zahlreichen Bürgern der Gemeinde zugegen, als die Studierenden ihre Ergebnisse im Sportlerheim öffentlich vorstellten und erläuterten.

Die Studentinnen und Studenten zeigten sich begeistert von der im Dorf gelebten Vielfalt, von malerischen Häusern und idyllischer Natur am Seegrund. Vor allem schwärmten die jungen Leute davon, wie offen und freundlich sie von den Ahlbeckern empfangen wurden.

Nach Ansicht der Studenten wäre es empfehlenswert, innerhalb des Dorfes wieder ein Zentrum zu schaffen, orientiert an der traditionell gewachsenen Dorfstruktur. Dazu könnte dann auch wieder ein kleiner Einkaufsladen für Waren des täglichen Bedarfs gehören, möglicherweise in verkleinerter Form und gekoppelt mit einer Bäckerei. Beides hatte es vor nicht allzu langer Zeit noch gegeben und viele, vor allem die älteren Einwohner, empfinden es nach wie vor als schmerzlich, diese Angebote nicht mehr nutzen zu können.

Die Studentinnen und Studenten zeigten auf, dass das sogenannte Multiple Haus – ein unlängst fertiggestelltes Mehrzweckgebäude – eigentlich zu weit vom gewachsenen Dorfmittelpunkt entfernt liegt. Mittelpunkt, so die angehenden Wissenschaftler, sei vielmehr der Bereich um Dorfplatz, Kreuzung und ehemaligem Konsum. Hinter diesem, so die jungen Leute, könne mit überschaubaren MitteIn unter Einbeziehung des Altbaumbestanden ein parkähnlicher Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft geschaffen werden.

Mit einem am Computer erarbeiteten, dreidimensionalen Modell führten die Studierenden den Ahlbeckern ihre Ideen vor Augen. Insbesondere auch die Realisierung eines Radweges in Richtung Eggesin wurde von Dorfbewohnern und Studenten vehement angeregt. Die Hochschule Neubrandenburg und das Amt für Bildung, Kultur und Schulentwicklung des Landkreises Vorpommern-Greifswald haben sich bereit erklärt, die Gemeinde weiterhin beratend zu unterstützen.

Im Landkreis Vorpommern-Greifswald ist die Idee UniDorf im Jahre 2009 gemeinsam mit der Universität Greifswald sowie der Hochschule Neubrandenburg entstanden. Wie schon in den vergangenen Jahren in Lassan, Ducherow, Loitz, Krien, Zinzow oder Eggesin, sollen die Ergebnisse der Studierenden den lokalen Gestaltern Anregungen und Impulse für die Gemeindeentwicklung liefern. Die Strategie des Landkreises (Amt für Kultur, Bildung und Schulverwaltung) besteht darin, Hochschule und Kommunen zusammenzuzbringen und mit diesen Kontakten die Entwicklung von Perspektiven in der lokalen Bildungslandschaft zu fördern.

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