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© Henry Beiermann / LK V-G 

Kooperationsvereinbarung: Landkreis und Funkamateure arbeiten im Krisenfall zusammen

Kommunikation im Krisenfall – dabei wollen die Funkamateure aus Greifswald künftig den Landkreis Vorpommern-Greifswald unterstützen. Seit nunmehr vier Jahren gibt es eine Gruppe von aktiven Funkamateuren, die sich die Unterstützung der Behörden bei einem möglichen Ausfall der Nachrichtenübermittlung auf die Fahnen geschrieben haben.

Sozialdezernent Dirk Scheer teste die Funktechnik.

Landkreis und Funkamateure haben jetzt in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Gützkow eine innovative Vereinbarung über die Zusammenarbeit im Katastrophenschutz unterschrieben - das ist die erste Vereinbarung dieser Art im Land Mecklenburg-Vorpommern.

Im August 2013 stellten sich die Funkamateure des Greifswalder Ortsverbandes im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) bei den Verantwortlichen des Landkreises Vorpommern-Greifswald erstmals vor. Dabei wurden Möglichkeiten der Funkamateure bei der Unterstützung in der Not- und Katastrophenkommunikation im Landkreis besprochen und erste Schritte einer zukünftigen Zusammenarbeit vereinbart. Was kann das Ganze bewirken? Soll die Kommunikation im Krisenfall in die Hände von Amateuren gelegt werden? Solchen oder ähnlich klingenden Fragen sehen sich die engagierten Funkamateure häufig ausgesetzt. Sie sehen neben ihrem Hobby – der Kommunikation an sich und dem Interesse an der Technik – auch die mögliche Hilfeleistung beim Ausfall von Kommunikationsnetzen als Aufgabe.

Der Wortteil "Amateur" ist hier nicht im Sinne von Laie zu verstehen, sondern in dem Sinne, dass ein Funkamateur seine Tätigkeit im Gegensatz zu Berufsfunkern unentgeltlich durchführt. Darüber hinaus hat er bei einer Prüfung vor der Bundesnetzagentur sein funktechnisches Fachwissen unter Beweis gestellt, bevor er sich mit seiner zum Teil sogar selbst gebauten Technik auf den Funkfrequenzen hörbar macht. Wenn dann noch das ehrenamtliche Engagement in einem gemeinnützig anerkannten Verein wie dem DARC dazu kommt, dann wird leicht verständlich, dass es sich eine Zusammenarbeit in der hier angestrebten Form für beide Seiten lohnt.

Kooperationsvereinbarung


Bereits im Dezember 2013 konnte am Standort der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Gützkow die neu eingerichtete Amateurfunk-Klubstation eingeweiht werden, die mit Unterstützung der Kreisverwaltung und weiteren Sponsoren aus der Wirtschaftausgestattet wurde. Hier treffen sich seitdem wöchentlich die Funkamateure, um ihrem Hobby nachzugehen. Hauptsächlich wird über die verschiedensten Übertragungswege der Kontakt zu Gleichgesinnten hergestellt. Aber auch die Vorbereitung auf eine mögliche Hilfeleistung bei Ausfall von wichtiger Infrastruktur der Kommunikation steht regelmäßig auf dem Plan. Dazu werden Funkstationen und Antennen auch teilweise unter „feldmäßigen“ Bedingungen ohne Stromversorgung aus dem Netz aufgebaut und erprobt sowie Übungen und Wettbewerbe mit nationaler und internationaler Beteiligung durchgeführt. Die bisher von den in Gützkow tätigen Funkern errungenen Erfolge können sich durchaus sehen lassen und verdienen Beachtung und Anerkennung.

Zusammen mit den Kommunikations-Spezialisten des Katastrophenschutzes im Landkreis fand im September 2016 eine zweitägige Ausbildung zum Thema Nachrichtenübermittlung im Krisenfall statt. Dabei stellten die Teilnehmer unter Beweis, dass sie eine Funkstrecke über weite Teile der Region auch ohne Elektrizitätsversorgung aus dem Netz funktionieren kann. Sicher können die Funkamateure mit ihren Mitteln keinen vollständigen Ersatz für eine zusammengebrochene Infrastruktur, wodurch auch immer verursacht, herstellen. Mit ihrer Technik können sie in Not- und Katastrophenfällen die Behörden und auch die Bevölkerung unterstützen, wenn es darum geht, Notrufe und andere wichtige Informationen zwischen Einsatzleitungen und Hilfskräften vor Ort zu übermitteln. Im Notfall kann eine gute Vorbereitung auf mögliche Ereignisse lebensrettend sein und deshalb sollen solche Ausbildungsveranstaltungen und Übungen auch in Zukunft regelmäßig durchgeführt

Sozialdezernent Dirk Scheer betont die gute Zusammenarbeit mit den Funkamateuren.

werden.

Die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Landkreis Vorpommern-Greifswald und dem Greifswalder Ortsverband des DARC, die am kommenden Mittwoch unterzeichnet werden soll, ermöglicht eine für beide Seiten nutzbringende Zusammenarbeit auch in Zukunft. Dabei handelt es sich um eine innovative Lösung für die Unterstützung des freiwilligen ehrenamtlichen Engagements auf dem Gebiet des Katastrophenschutzes, die bisher einmalig in Mecklenburg-Vorpommern ist.

Jederzeit aktuelle Informationen rund um den Amateurfunk in und um Greifswald gibt es auch im Internet unter: www.darc.de/v11