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© Henry Beiermann / LK V-G 

Bundesweiter eGovernment-Wettbewerb: Landkreisprojekt SoJuS unter den Favoriten

Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat gute Chancen, beim

»16. eGovernment-Wettbewerb der Bundesregierung
zur Digitalisierung und Modernisierung der öffentlichen Verwaltung 2017«

Preise abzuräumen. Das Projekt SoJuS – Soziales- und Jugend-Serviceportal – hat es in der Kategorie »Bestes Kooperationsprojekt 2017« unter die ersten drei Plätze geschafft.


v.r.n.l.: Sozialdezernent Dirk Scheer und Daniel Kasch, Leiter strategisches Controlling

In der vergangenen Woche stellten Sozialdezernent Dirk Scheer und Daniel Kasch, Leiter strategisches Controlling, das Projekt einer Jury in Berlin vor. Diese entscheidet nun, welches der drei ausgewählten Vorhaben welche Platzierung bekommt. Das Ergebnis wird dann am 20. Juni durch den Bundesinnenminister auf dem Zukunftskongress »Staat und Verwaltung« bekannt gegeben. Landrätin Dr. Barbara Syrbe und Sozialdezernent Dirk Scheer werden dort die Auszeichnung entgegen nehmen.

Ob das Projekt SoJuS dann in der Publikumsgunst einen weiteren Preis bekommt, das können die Bürgerinnen und Bürger mitentscheiden beim Online-Voting: http://www.egovernment-wettbewerb.de/online-voting/online-voting.html. Auf dieser Seite können sich Interessierte sowohl einen Film über das Landkreis-Projekt anschauen als auch die Präsentation lesen. Das Online-Voting für den Publikumspreis läuft bis zum 4. August. Der Sieger wird am 15. September auf dem 22. Ministerialkongress in Berlin prämiert.

Was ist SoJus?

Eine Online-Plattform, die es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Jugendamt möglich macht, Mütter und Väter bei der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen, beispielsweise wenn Eltern überfordert sind, es Alkoholprobleme gibt, Kinder vernachlässigt werden. Im Jugendamt sucht man dann nach verfügbaren Heimplätzen, nach Wohngruppen oder anderen Hilfsmöglichkeiten. Meist muss es schnell gehen. Also telefonieren die Sozialarbeiter mit freien Trägern, schauen in ihren Akten nach, vergleichen die Angebote, bis endlich eine Unterbringung gefunden wurde. Das kostet Zeit, Kraft und Geld.

Doch damit ist Schluss..

Der Landkreis entwickelte von September 2015 bis jetzt das Projekt SoJuS (Soziales- und Jugend-Serviceportal) – eine zentrale, integrierte Plattform, die zukünftig den gesamten Workflow bei der Gewährung von Hilfen zur Erziehung abdeckt. In dem neuen System werden alle Informationen zu den jeweiligen Bereichen gebündelt, strukturiert und den Verwaltungsmitarbeitern zeitnah bereitgestellt. Verfügbare Angebote freier Träger können dann unmittelbar in SoJuS ausgewählt, gebucht und abgerechnet werden.

Sozialdezernent Dirk Scheer

»Wir erwarten eine erhebliche Verbesserung der Arbeitsqualität, eine deutliche Verkürzung von Bearbeitungszeiten, eine höhere Wirtschaftlichkeit der Auswahlentscheidungen und damit nicht zuletzt signifikante Konsolidierungseffekte«, sagte Sozialdezernent Dirk Scheer. Der Landkreis gibt jährlich allein in der Jugendhilfe rund 19 Millionen Euro aus. Mit der neuen Anwendung soll schrittweise auch ein wirksames Controlling unterstützt werden.

SoJus funtioniert so:

Freie Träger sind als Anbieter eingebunden, erhalten für ihren jeweiligen Bereich einen Zugang, pflegen darüber ihre jeweiligen Grunddaten selbst und stellen vakante Leistungen zeitnah in die Datenbank ein. Damit sind unbesetzte Plätze für das Jugendamt sofort erkennbar und buchbar.

SoJuS schafft ein »Angebot-Nachfrage-Modell«, das eine nachvollziehbar wirtschaftliche Beauftragung des günstigsten Anbieters ermöglicht. Darüber hinaus ist SoJuS als gegenwärtig einzige webfähige Anwendung für die Sozialarbeiter/innen der Jugendämter und der freien Träger vollständig im Außendienst einsetzbar.

Das Sozialministerium hatte dem Landkreis 2015 zur Entwicklung der SoJuS-Anwendung eine Zuwendung von 50.000 Euro gewährt. Geplant ist, SoJuS so aufzubereiten, dass das Verfahren auch in den übrigen Landkreisen und den kreisfreien Städten in Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt werden kann.