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Torgelow aus der Vogelperspektive
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Stabsstelle Integrierte Sozialplanung

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4. Pflege- und Gesundheitskonferenz Landkreis Vorpommern-Greifswald am 16.11.2016

Zum vierten Mal fand in Greifswald die jährliche Pflege- und Gesundheitskonferenz des Landkreises Vorpommern-Greifswald im November 2016 statt. Rund 150 Teilnehmer aus den Bereichen Pflege, Gesundheit und Wohnungswirtschaft sowie Mitarbeiter von Landkreisen, Städten und Gemeinden sorgten für einen gelungenen und informativen Austausch rund um das Thema Pflege und die im Fokus der diesjährigen Konferenz stehenden Pflegestärkungsgesetze und deren Auswirkungen in der Pflege- und Gesundheitsstruktur im Landkreis. Damit war die Teilnehmerzahl von 66 im Jahr 2012 um mehr als das Doppelte gestiegen.

Die Konferenzen dienten dazu, die Kooperation und Mitwirkung der vorhandenen ambulanten, teilstationären und stationären Pflegeeinrichtungen, der komplementären Angebote, der Pflege- und Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung sowie der Betroffenen herzustellen und zu fördern, um eine leistungsfähige, ortsnahe und aufeinander abgestimmte pflegerische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen und weiterzuentwickeln. Gleichzeitig wurden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse präsentiert. Die diesjährige Veranstaltung fand unter den Rahmenbedingungen der Pflegereform mit tiefgreifenden gesetzlichen Änderungen und einer deutlich zunehmenden Anzahl Pflegebedürftiger im Landkreis Vorpommern-Greifswald statt.

Für den Landkreis wird mit mindestens 12.300 Pflegebedürftigen, die im Jahr 2020 zu versorgen sein werden, gerechnet. Das sind etwa fünf Prozent der Bevölkerung (2013 waren es noch 10.266, das entspricht etwa 4 % der Bevölkerung).

In vier Fachvorträgen von Referenten der Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern, der Hochschule Neubrandenburg, der Universität Greifswald und dem Gesundheitswissenschaftlichen Institut der AOK Nordost und Workshops zu Schwerpunkten wie der Pflegestrategie des Landes M-V unter den Rahmenbedingungen der Pflegestärkungsgesetze, der integrierten Pflegesozialplanung der Landkreise und kreisfreien Städte, Versorgungskonzepten zur Sicherung der pflegerischen Versorgung im Zusammenhang dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff im Zuge der Pflegereform, dem Thema Wohnen und wohnortnahe Versorgung wurden die Handlungsoptionen aufgezeigt.

  1. Die Pflegestrategie des Landes unter den Rahmenbedingungen der Pflegestärkungsgesetze
  2. Integrierte Pflegesozialplanung für die Landkreise und kreisfreien Städte M-V
  3. Sicherung der pflegerischen Versorgung durch innovative Versorgungskonzepte und qualifizierte Fachkräfte
  4. Macht die Pflegereform alles besser?

Einige Themen zogen sich von der ersten Pflege-und Gesundheitskonferenz 2012 bis zur jetzigen vierten wie ein roter Faden durch die Vorträge und Diskussionen. Das war zum Beispiel die Fachkräftesicherung im Bereich Pflege unter den Rahmenbedingungen des demographischen Wandels, Engagement und Teilhabe, das Wirkungspotential der Pflegestützpunkte sowie niedrigschwellige Angebote, das Ehrenamt.

Die Pflegestrategie des Landes verfolgt das Ziel, durch einen Mix aus ambulanter, teilstationärer und stationärer Pflege es den Menschen zu ermöglichen, auch bei Pflegebedürftigkeit möglichst lange im gewohnten häuslichen Umfeld zu bleiben. Dazu soll das Einrichtungsqualitätsgesetz und das Landespflegegesetz angepasst werden. Hierbei geht es um eine bessere Versorgung mit Tages-und Kurzzeitpflegeeinrichtungen und an alternativen Wohnformen, wie z. B. Wohngemeinschaften. Außerdem soll die Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen durch den Ausbau der Hospiz-und Palliativbetreuung verbessert werden. Der dritte Schwerpunkt ist die Verbesserung der Ausbildungs-und Berufsbedingungen in der Pflege.

Zur Gestaltung der Pflege und der Pflegesozialplanung im Landkreis gab es verschiedene übergreifende Anregungen, wie beispielsweise die Entwicklung der Pflegestützpunkte zu Koordinationsstellen der Netzwerkarbeit, effektivere Informationsformen der Öffentlichkeit zu Pflegeangeboten, die Unterstützung pflegender Angehöriger durch Stärkung von Selbsthilfegruppen und die Optimierung der Rahmenbedingungen für eine Aus- und Weiterbildung sowie für Beschäftigung im Pflegewesen der Region.

Thematisiert wurde speziell die zu fördernde und unterstützende Nachbarschaftshilfe, die Schaffung von (mehr) bezahlbaren Wohneinheiten für Ältere sowie einen Bedarf nach engerer Zusammenarbeit durch runde Tische zwischen Kommunen, Leistungsanbietern und Betroffenen. Des Weiteren wurde vor dem Hintergrund des gesetzlichen Grundsatzes »ambulant vor stationär« mehr ambulante Betreuung gefordert, da die meisten Älteren in der eigenen Häuslichkeit gepflegt werden wollen. Unter Zugrundelegung der kommunalen Pflegesozialplanungen ist langfristig vom Land M-V ein seniorenpolitisches Handlungskonzept geplant.

Damit auch junge pflegebedürftige Menschen darin Berücksichtigung finden, soll es Schnittstellen zu anderen Themenbereichen in Form von Spezialberichten geben. Im Rahmen der Informations-und Öffentlichkeitsarbeit hat der Landkreis einen Senioren-und Pflegewegweiser erstellt, der regelmäßig aktualisiert wird. Unter dem Schwerpunkt »Wohnen und wohnortnahe Hilfen« wurden Strategien für ein Quartiersmanagement vorgestellt. Wesentlicher Aspekt war die Netzwerkbildung zur Generierung von Dienstleistungen, wie z.B. Besuchsdienste für Senioren. Handlungsleitend müsse sein, dass die Angebote in die Fläche kommen, um eine breitere Einbindung für Ältere zu ermöglichen.

Vorgestellt wurde ein Projekt/Forschungsvorhaben des Landkreises mit der AOK Nord zum sicheren Wohnen im Alter, insbesondere für an Demenz Erkrankte. In der »alterssicheren« Wohnung soll zunächst bei 20 Anwendern die Akzeptanz und der erlebbare Nutzen technischer Assistenzsysteme in der eigenen Wohnung in einer Testphase erforscht werden. Grundsätzliches Ziel ist es, den Verbleib in der Häuslichkeit auch bei Einschränkungen der Alltagskompetenz sicherzustellen und pflegende Angehörige zu entlasten sowie die Versorgungsinfrastruktur zu verbessern.

Zum Thema Sicherung der pflegerischen Versorgung durch innovative Versorgungskonzepte und qualifizierte Fachkräfte wurde von der Communitiy Medicine der Universitätsmedizin Greifswald die Notwendigkeit einer verstärkten Kooperation aller Akteure auf dem Gebiet der Pflege, veränderte Arbeitsteilungen zwischen den Pflege-und Gesundheitsberufen und einer Anpassung bestehender pflegerischer Ausbildungskonzepte, der Ausbau akademischer Ausbildungsangebote und einer verbesserten Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen medizinischen und pflegerischen Ausbildungsrichtungen herausgestellt.

In der zusammenfassenden Schlussveranstaltung bestand unter den Teilnehmenden der Fachkonferenz ein breiter Konsens für die Notwendigkeit einer einheitlichen, integrierten Pflegesozialplanung mit der Möglichkeit der Vergleichbarkeit und Steuerung für das Land Mecklenburg-Vorpommern. Die Weiterarbeit an der Kooperation der Akteure und der Wirkungsweise von Netzwerken im Rahmen der integrierten Pflegesozialplanung sind unbedingt erwünscht.

Da nicht alle Fragen einzelner Teilnehmer auf Grund der Heterogenität und Komplexität ausreichend beantwortet und abgearbeitet werden konnten, wurde die Bildung kleiner Arbeitskreise zu fachspezifischen Themen angeregt. Als Voraussetzung dafür wurde ein aktives networking benannt. Der Schlussappell für eine erfolgreiche integrierte Pflegesozialplanung lautete: »Alles lebt durch Netzwerke!«


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